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Über den Fischereiverein Haltern e.V.
Der Fischereiverein Haltern e.V. wurde 1930 in der schweren Zeit der Arbeitslosigkeit von Bürgern der Stadt Haltern gegründet. Neben dem Verdienst durch Handwerk und der Landwirtschaft war der Fischfang eine der wichtigsten Lebensgrundlagen. Stever und Mühlenbach mündeten bei Haltern in die Lippe. Der Stausee wurde damals geflutet, aus dem Mühlenteich an der Stadtmühle wurde die Stadtmühlenbucht. In den Grundstückskaufverträgen Ende der zwanziger Jahre hatte die Stadt sich vom Wasserwerk, dem Erwerber der städtischen Flächen, für die Stadtmühlenbucht das Fischereirecht vorbehalten. Dieses umfassende Fischereirecht mit Angelfischerei vom Ufer und vom Boot aus, der Netzfischerei, der Fischerei mit Reusen und Schnüren bei Tag und Nacht pachtete nun der Fischereiverein, der bis heute Pächter des Fischereibezirks Stadtmühlenbucht geblieben ist.
Im Laufe der Zeit hat sich natürlich in der Stadtmühlenbucht vieles geändert.
Waren früher Fisch und Angler weitgehend ungestört am Ufer und in den Kähnen, so sind mit der Zeit z.B. mehrere Segelvereine in der Bucht heimisch geworden. Lange Stege mit vielen Segelbooten ragen ins freie Wasser hinein. Der Fischereiverein hat dem Bau und den Erweiterungen der Anlagen stets seine Zustimmung erteilt und darf im Gegenzug die Stege zum Angeln nutzen.
Es besteht ein gutes Verhältnis zwischen Seglern und Anglern.
Brassen, Rotaugen, Karpfen, Schleien, Barsche, Zander und Hechte waren die Beute, die dann verteilt wurde. Vor einigen Jahren gelang ein besonderer Fang, im Netz war eine 11,5 pfündige Seeforelle, ein Prachtfisch.
Leider musste die Netzfischerei inzwischen eingestellt werden. Es sind kaum noch natürliche Uferstellen vorhanden. Die vielen Einbauten im Wasser, die Steinschüttungen am Ufer lassen die bisherige Form des Netzfischens nicht mehr zu. Vielleicht finden wir bald eine andere Art des Netzfischens auch von Booten aus.
Interessant ist das Blinkern, d.h. das Angeln mit Kunstködern, auf Barsche. An Sommerabenden ziehen Schwärme von kleinen Fischen am Ufer entlang. Der erfahrene Angler beobachtet diese Schwärme, werden sie unruhig, ballen sie sich enger zusammen, so ist mit dem baldigen Angriff der Barsche zu rechnen. Und dann geht es los, die Formation der Barsche greift an, die kleinen Fische springen zu Hunderten hoch aus dem Wasser heraus und wollen sich retten. Jetzt den Blinker in das Getümmel hineingeworden. Jeder Wurf bringt einen Barsch. Die Stachelritter beißen auf alles, was sich im Wasser bewegt. 6-8 Stück sind schnell gefangen, und dann ist der Spuk auch wieder vorbei. Die Barsche haben sich zurückgezogen. Aber nicht jeder Tag am Wasser ist ein Fangtag, Viel Geduld und Ausdauer sind die Voraussetzung für einen Erfolg.
Neben dem angeln gibt es viel Arbeit für die Mitglieder. Die Ufer werden gesäubert, Boote und Stege instand gesetzt, Fischbesatz getätigt. In Abstimmung mit anderen Seenutzern werden bestimmte Fischsorten eingesetzt, um ein gesundes Gleichgewicht im Fischwasser zu erhalten. Die Arbeit in der Gemeinschaft macht Spaß. Man staunt, welche Fähigkeiten Einzelne entwickeln und was gemeinsam erreicht wird. Der Fischereiverein hat 100 Mitglieder. Werden Plätze frei, rücken Antragsteller auf Mitgliedschaft nach. Diese können sich bereits 1 oder 2 Jahre vorher mit den Vereinsmitgliedern bekannt machen, in dem sie eine Jahresgastkarte zum Angeln erwerben.
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